Trialregeln für Klasse 3:

Feldgröße

Das Feld muss so bemessen sein, dass ein Outrun von mindestens 250 m sowie ein Quertreiben von mindestens 100 m möglich sind (Ausnahmen s. unter 10.). Der Abstand vom Stellpfosten zur Feldgrenze bzw. zum Auslasspferch muss mindestens 50 m betragen. Die Abstände der Treibtore zur Feldgrenze müssen mindestens je 25 m betragen. Der Abstand vom Startpfosten zur Feldgrenze bzw. zum Richterwagen muss mindestens 25 m betragen.

Aufgaben

  1. Handler und Hund begeben sich gemeinsam zum Startpfosten.
  2. Der Parcours beginnt mit einem mind. 250 m langen Outrun (Ausnahmen s. 10.)
  3. Ist der Hund hinter den Schafen angekommen, soll er die Schafe ruhig aufnehmen (Lift) und
  4. anschließend in gerader Linie und angemessenem Tempo durch das Fetchgate (Innenmaß ca. 6,50 m, Entfernung Startpfosten – Fetchgate ca. 1/3 des Fetches) zum Handler bringen. (Fetch)
  5. Am Ende des Fetches folgt der Turn. Die Drehrichtung ist vom anschließenden Wegtreiben abhängig.
  6. Nun folgt das Treiben: Der Hund treibt die Schafe in möglichst gerader Linie vor sich her in Richtung des ersten Treibtores (Maße s. Fetchgate), das ca. 100-150 m vom Startpfosten entfernt ist. Danach folgt ein Quertreiben von ca. 100-150 m durch ein zweites Tor (Quertreibtor). Anschließend bringt der Hund die Schafe in direkter Linie vom zweiten Treibtor in die Mitte des markierten Sheddingrings (Durchmesser ca. 36 m).
  7. Der Handler darf den Startpfosten verlassen und in den Sheddingring gehen, sobald das erste Schaf den Ring betreten hat. Hier soll er in Teamarbeit mit dem Hund (i. d. R.) zwei Schafe von der Gruppe abtrennen. Anschließend sind die Schafe in praktischer Weise Richtung Pferch zu versammeln und vom Hund zu halten, bevor der Handler sich auf den Weg zum Pferch macht.
  8. Danach werden alle Schafe eingepfercht (Pferchgröße ca. 2,70 m x 2,40 m) und die Tür des Pferchs ruhig geschlossen.
  9. Ein Single ist möglich, aber nicht zwingend.
  10. Sollte das Trialfeld nicht den Mindestanforderungen an Länge oder Breite genügen, müssen andere Herausforderungen an die Outfield-Work gestellt werden, z.B. geknickter Fetch oder verlängertes Treiben.

Ruhiges, schafschonendes Arbeiten ist selbstverständlich bis in den Ruhepferch hinein.

Punktevergabe:

Outrun: 20 P
Lift: 10 P
Fetch: 20 P
Treiben: 30 P
Shed: 10 P
Pferch: 10 P
Gesamt: 100 P
Anzahl der Schafe: 4 - 7
Zeit: ca.12 - 15 min.

Erläuterungen

zu 1.: Der Hund wird auf die Seite gestellt, nach der er geschickt werden soll - nicht weiter als eine Stocklänge vom Handler entfernt.

zu 2.: Der Outrun soll birnenförmig sein und mit genügend Abstand hinter den Schafen enden, um diese nicht unnötig zu beunruhigen. Ist der Hund einmal losgelaufen, darf er weder zum Handler zurück gerufen werden noch selbständig zurück kommen, sonst erfolgt eine Disqualifikation.
Wo der Outrun zu Ende ist, hängt von der aktuellen Position der Schafe ab. Der Hund muss dann in genau der Position sein, die ihm das gerade Treiben zum ersten Hindernis erlaubt. Die Position hängt also entscheidend davon ab, ob die Schafe am Pfosten stehen geblieben sind oder diesen verlassen haben. Sie hängt auch davon ab, wie stark der Zug der Schafe zurück zum Pferch oder zu einem anderen Punkt in der Topographie des Feldes ist.

zu 5.: Die Schafe sollten so dicht wie möglich um den Pfosten getrieben werden. Die ganze Arbeit sollte in einer ruhigen und gleichmäßigen Weise erfolgen. Mindestens die Hälfte der Schafe muss in der geforderten Richtung um den Pfosten gehen. Andernfalls ist der Turn zu wiederholen. Nicht-Beachtung führt zur Disqualifikation. In der Punktebewertung zählt die erste Hälfte des Turns zum Fetch, die zweite zum Drive.

zu 7.: Ein erfolgreicher Shed erfordert die Teamarbeit von Hund und Handler beim Sortieren und Abtrennen von Schafen. Nachdem die Schafe innerhalb des Rings passend zwischen Hund und Handler positioniert wurden, der Hundeführer die abzutrennenden Schafe ausgewählt und diese dem Hund durch Anzeigen einer Lücke mitgeteilt hat, sollte der Hund entschlossen in diese Lücke kommen und die nun abgetrennten Schafe sichtbar unter Kontrolle halten. Während der Hund in die Lücke kommt, müssen sich alle Schafe zwingend innerhalb des Ringes befinden. Es ist nicht unbedingt nötig, dass der Hund durch die Lücke bis zum Handler läuft. Entscheidend ist, dass er in der Lage ist, die ausgewählten Schafe von der Herde zu trennen und sie getrennt zu halten. Sollten Schafe vor oder während des Vorgangs den Ring verlassen, so sind sie unverzüglich zurückzuholen.

zu 8.: Sobald der Handler den Strick an der Pferchtür in die Hand genommen hat, darf er ihn bis zum Abschluss des Einpferchens nicht mehr loslassen. Er öffnet die Tür und fordert den Hund auf, die Schafe in möglichst gerader Linie, in ruhigem Tempo, ohne Stopps oder Umwege zum Pferch zu bringen. Im Falle eines offenen Pferchs darf die einmal gewählte Seite nicht mehr gewechselt werden. Beim Einpferchen soll der Hund die Hauptarbeit leisten, der Handler darf ihn dabei unterstützen, er darf die Schafe jedoch niemals berühren. Sind alle Schafe im Pferch, wird die Tür ruhig geschlossen. Schafe dürfen mit der Tür weder geschoben noch berührt werden. Nach dem Auspferchen muss die Tür wieder geschlossen werden.

zu 9.: Findet ein Single statt, so geht der Handler nach dem Schließen der Pferchtür in den Sheddingring und überlässt es dem Hund, die Schafe vom Pferch in den Ring zu bringen. Innerhalb des Ringes muss ein Schaf von den anderen abgetrennt werden und anschließend innerhalb oder außerhalb des Ringes vom Hund gehalten werden, bis der Richter seine Zufriedenheit signalisiert. Anschließend müssen die Schafe wieder vereint und ruhig in den Ruhepferch gebracht werden.

Linienabweichungen, unangemessenes Tempo oder mangelnde Kontrolle über den Hund sowie andere Fehler führen zu weiteren Punktabzügen.

Die Schafe müssen während des ganzen Laufs schonend behandelt werden. Ihr Wohl steht im Vordergrund. Befürchtet/erkennt ein Handler, dass ein Fortführen des Parcours zum Kontrollverlust führen könnte (sowohl den Hund als auch die Schafe betreffend), so sollte er den Lauf durch ein sichtbares Zeichen beenden (z.B. durch Heben der Hand und Signalisieren zum Richter) und damit einer Disqualifikation zuvor kommen. In Klasse 3 verfallen damit alle Punkte.

Besondere Trialregeln für Klasse 3QT

  1. QT-Trials dürfen ausschließlich von anerkannten Richtern gerichtet werden.
  2. QT-Trials müssen ein Minimum von 17 Startern haben.
  3. Zeitlimit max. 15 Minuten
  4. Ein Team, das bei drei QT-Trials jeweils 75% der zu vergebenden Punkte erreicht hat, ist berechtigt, an Qualifikationstrials teilzunehmen (s. auch Punkt 9 der Trialregeln für Qualifikationstrials).